Spiritualität

Als Orden leben wir die Einladung, den Menschen in der Gesellschaft echte Alternativen aus dem Evangelium anzubieten. Wo wir zu konform mit den Einrichtungen der Gesellschaft gehen, geht das auf Kosten unserer Zeichenhaftigkeit (i.S. von Wahrhaftigkeit).

 

Wenn unsere Werke (Apostolate) uns Ordensleute binden und fesseln, verlieren wir die  Freiheit zum Weiterdenken und Gestalten. Unsere Sorge würde dann nur darum kreisen, das Bisherige aufrecht halten zu müssen. Unsere Häuser und Apostolate müssen deshalb immer auch die Möglichkeit zum Aufbruch und zur Gestaltung von Neuem ermöglichen. Attraktiv macht unser Leben unsere Freiheit, nicht unsere Starrheit. Berufung zum Ordensleben müsste also nach Freiheit und alternativen Lebensstil schmecken.

 

In den Gelübden können wir eine Sendung (i.S. von Verbindung) zu den Menschen in ihren schwierigen Lebenssituationen entdecken.

Als „Ehelose“ können wir die Einsamen und Alleinstehenden besonders ansprechen, als „Arme“ haben wir eine Sendung zu den Verlierern der Wirtschaftskrise und zu den in ihrer Existenz durch Arbeitslosigkeit und Zukunftsangst Bedrohten, und als „Gehorsame“ können wir eine Solidaritätsbrücke zu denen bauen, die gemobbt und durch ungerechte (Arbeits)Verhältnisse entwürdigt werden.

 

Aus der Hirnforschung: Das Gehirn ist ähnlich wie ein Muskel: Wenn es nicht gefordert wird, wird es immer schwächer. Ein Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Gehirns und dem persönlichen Lebensstil wird von den Hirnphysiologen immer mehr betont.

Auf der Suche bleiben, Meditieren, Gebet und die gesamte spirituelle Dimension gehört zum Menschen dazu; daher gehört sie in den persönlichen Lebensstil miteinbezogen, damit nicht ein wichtiger Teil unseres Menschseins verkümmert.

 

Salesianisch leben heißt schließlich, Leben in der Gegenwart des liebenden Gottes bei allem, was ich tue, und das auf eine liebenswürdige, gewinnende, positive, herzliche Weise, so dass die Menschen, denen ich begegne, nicht den Eindruck bekommen, dieses Leben in der Gegenwart Gottes wäre mir eine Last oder mache mich krank und depressiv, sondern dieses Leben in der Gegenwart Gottes schenkt mir das Leben in Fülle, und zwar heute genauso wie nach meinem Tod.

 

Offizielle Homepage: www.osfs.eu